Erbliches Risiko? Lassen Sie es im Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs abklären

In manchen Familien ziehen sich Krebserkrankungen wie ein roter Faden durch die Generationen. Dies betrifft insbesondere Erkrankungen der Brust, der Eierstöcke, der Gebärmutterschleimhaut und des Darms. Veränderungen in den Genen (hier besonders BRCA1/2) können für die Vererbung verantwortlich sein und bereits vor Ausbruch einer Krebserkrankung im Blut der Betroffenen nachgewiesen werden.

Wenn in Ihrer nahen Verwandtschaft häufiger Brust- oder Eierstockkrebs aufgetreten ist oder Ihre Mutter, Schwester oder Tochter bereits sehr jung erkrankt sind, und Sie sich zu den möglichen Risiken und Behandlungsmöglichkeiten beraten lassen möchten, können Sie sich an die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der UMG wenden. Diese bietet für Frauen und Männer, in deren Familien gehäuft Brust -und Eierstockkrebs aufgetreten ist, eine sogenannte Tumorrisikosprechstunde an. Hier arbeiten Spezialisten der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, des Instituts für Humangenetik sowie der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie interdisziplinär zusammen, um Betroffene optimal zu betreuen. Gemeinsam besprechen wir Ihre individuelle Situation und je nachdem, wie der Grad der familiären Belastung und des Risikos ist, machen wir einen Gentest. Liegt uns das Untersuchungsergebnis vor, klären wir Sie umfassend über das Ergebnis und Ihre Möglichkeiten auf und erstellen für Sie, wenn nötig, ein intensives Beratungs- und Vorsorgeprogramm.

Seit 2011 ist die Tumorrisikoberatung des Brustkrebszentrums und des Gynäkologischen Krebszentrums der UMG eingefördertes Zentrum der Deutschen Krebshilfe. Bereits seit 1996 fördert die Deutsche Krebshilfe das „Deutsche Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs“ bestehend aus bundesweit aktuell 21 universitären Zentren. Es organisiert die Betreuung von Rat suchenden Familien und analysiert die Daten zur wissenschaftlichen Erforschung der spezifischen Dispositionen und genetischen Hintergründe für familiäre Krankheitshäufungen.

Nur mit Einwilligung der Ratsuchenden erheben wir anschließend Daten, welche in einer anonymisierten zentralen Erfassung des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs analysiert werden. Damit sollen wertvolle Erkenntnisse über weitere, eventuell Krebs verursachende Gene sowie über die besonderen Eigenschaften erblich bedingter Tumoren gewonnen werden. Zudem erlauben die Auswertungen wichtige Rückschlüsse auf die Wirksamkeit von Früherkennungs-, Präventions- und Therapiemaßnahmen.

Aus den Untersuchungsergebnissen von inzwischen über 30.000 Personen sind bereits Leitlinien für intensivierte, individuelle Vor- oder Nachsorgemaßnahmen abgeleitet und als medizinischer Standard übernommen worden.

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