Expertise bei Neuroendokrinen Neoplasien ausgezeichnet


Das Comprehensive Cancer Center Niedersachsen (CCC-N) stärkt die personalisierte Diagnostik und Therapie bei seltenen Tumorerkrankungen: Das neu gegründete Kooperationszentrum für neuroendokrine Neoplasien (NEN) mit den Standorten Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wurde erstmals von der European Neuroendocrine Tumor Society (ENETS) als Exzellenzzentrum zertifiziert. Es ist damit eines von aktuell nur 15 spezialisierten Zentren in Deutschland.
Neuroendokrine Tumoren sind seltene Tumorerkrankungen, die in ihrem Krankheitsbild sehr vielfältig und komplex sein können. Die Patient*innen benötigen eine umfassende, individuell abgestimmte Diagnostik und Therapie. Dafür braucht es eine besondere Expertise und Erfahrung. Durch die enge Einbindung in das europäische ENETS-Netzwerk erhalten Patient*innen Zugang zu aktuellen Therapiestandards, innovativen Behandlungskonzepten sowie klinischen Studien auf europäischem Spitzenniveau. Das NEN-Zentrum leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der spezialisierten Versorgung seltener Tumorerkrankungen – regional, national und international.
Diagnostische und therapeutische Herausforderungen
„Mit dem Sammelbegriff neuroendokrine Neoplasien werden verschiedene Tumoren bezeichnet, die zwar in unterschiedlichen Organen vorkommen können, aber alle ihren Ursprung in sogenannten neuroendokrinen Zellen haben“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Thomas Wirth, Leiter des Zentrums für neuroendokrine Tumoren am Standort Hannover und Oberarzt in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie der MHH. „Diese Zellen kommen in zahlreichen Organen des menschlichen Körpers vor, sodass neuroendokrine Tumoren grundsätzlich nahezu überall entstehen können. Am häufigsten finden sie sich jedoch im Magen-Darm-Trakt, insbesondere im Dünndarm, Blinddarm, Magen sowie in der Bauchspeicheldrüse.“
Die Diagnostik ist häufig anspruchsvoll, da neuroendokrine Tumoren oft langsam wachsen, lange unspezifische Symptome verursachen und daher nicht selten erst spät erkannt werden. Hinzu kommt ihre unterschiedliche Ausprägung mit teils sehr unterschiedlichen Bildgebungs- und Laborbefunden. Auch die Therapie ist komplex und erfordert eine individuell abgestimmte Strategie, die Tumorart, Hormonaktivität, Krankheitsstadium und Wachstumsdynamik gleichermaßen berücksichtigt.
Gebündelte Fachkompetenz im interdisziplinären Verbund
Im NEN-Zentrum des CCC-N arbeiten spezialisierte Teams mit besonderer Erfahrung interdisziplinär zusammen, darunter Expert*innen aus Gastroenterologie, Onkologie, Endokrinologie, Chirurgie, Radiologie, Nuklearmedizin und Pathologie. „Unser gemeinsames Ziel ist es, Patient*innen den Zugang zu innovativen, evidenzbasierten Behandlungskonzepten zu ermöglichen, die auf die besonderen Eigenschaften ihrer Erkrankung abgestimmt sind“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Alexander König, Sprecher des NEN-Zentrums des CCC-N, Leiter des Zentrums für neuroendokrine Tumoren am Standort Göttingen und Oberarzt in der Klinik für Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie der UMG. „Dabei kommen modernste diagnostische Verfahren, innovative Therapiestrategien sowie strukturierte Nachsorgekonzepte zum Einsatz. Unser Anspruch ist es, eine bestmögliche medizinische Versorgung bei gleichzeitiger Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität zu ermöglichen.“
„Die Zertifizierung ist eine besondere Anerkennung unserer gemeinsamen Arbeit und des hohen Engagements aller beteiligten Fachbereiche“, erklären die beiden Zentrumsleiter. Bemerkenswert ist, dass die Zertifizierung bereits rund ein Jahr nach der Gründung erreicht werden konnte – ein Erfolg des zügigen, strukturierten Aufbaus sowie der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen UMG und MHH.
Patient*innenbeteiligung als zentraler Baustein
Ein besonderes Merkmal des NEN-Zentrums ist die enge Einbindung von Patient*innen sowie ihrer Interessenvertretungen. Das NEN-Zentrum des CCC-N steht hierzu in engem Austausch mit dem Netzwerk Neuroendokrine Tumoren (NeT) e.V. Mit Dr. Susanne Ude-Koeller und Dr. Kristina Dmoch-Bockhorn sind zudem zwei Patient*innenvertreterinnen aktiv in das Zentrum eingebunden, die die Gründung und Zertifizierung maßgeblich begleitet und unterstützt haben. „Für Patientinnen und Patienten mit neuroendokrinen Tumoren ist es entscheidend, an einem spezialisierten Zentrum behandelt zu werden, in dem Erfahrung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Zugang zu modernen Therapien gebündelt sind“, betont Dr. Susanne Ude-Koeller, Patient*innenvertreterin für den Standort Göttingen. „Das neue NEN-Zentrum im CCC-N schafft genau diese Voraussetzungen und gibt Betroffenen zusätzliche Sicherheit und Orientierung in einer oft komplexen Erkrankungssituation.“
Sprechstunde und Kontakt
Patient*innen mit neuroendokrinen Neoplasien können sich zur Abklärung und Therapieplanung an das NEN-Zentrum des CCC-N wenden.
Standort Göttingen (UMG):
Kontakt: angela.gries(at)med.uni-goettingen.de oder elsbeth.kersting(at)med.uni-goettingen.de
Sprechzeiten:
• bis 01.07.2026: dienstags, 08:00–15:00 Uhr
• ab 01.07.2026: donnerstags, 08:00–15:00 Uhr
Standort Hannover (MHH):
Kontakt über gastroenterologisch-onkologische Tagesklinik und Ambulanz:
Öffnungszeiten: Mo-Do 08-15:30 Uhr und Fr 08-13:30 Uhr
Telefonische Erreichbarkeit: Mo-Do 10-12 Uhr und Fr 14-15 Uhr
E-Mail: gastro-onkologische-tagesklinik.ambx(at)mh-hannover.de
Telefon: 0511-532 6760, Fax: 0511-532 2021
Weitere Informationen und Ansprechpartner*innen finden Sie unter: https://www.ccc-niedersachsen.eu/behandlung/nen-zentrum
Ansprechpartner Fachbereich:
Priv.-Doz. Dr. Alexander König, Klinik für Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie, Telefon 0551 / 39-63878, christa.lichte-adelski(at)med.uni-goettingen.de
Pressekontakt:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
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