E-Zigaretten und Vapes sind keine harmlose Alternative

Herzzentrum und UniversitätsKrebszentrum der UMG beteiligen sich am Aktionstag

Im Fokus des bundesweiten Aktionstages der Deutschen Krebshilfe und des Aktionsbündnisses Nichtrauchen e.V. stehen insbesondere E-Zigaretten und Vapes, die vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt sind. Besonders problematisch ist, dass Vapes durch moderne Designs, süße Aromen und Social-Media-Trends gezielt junge Menschen ansprechen. Dabei unterschätzen viele jedoch die gesundheitlichen Risiken der nikotinhaltigen Produkte. Mit dem Aktionstag sollen vor allem junge Menschen auf die Gefahren des Konsums von E-Zigaretten und Vapes aufmerksam gemacht werden. 

Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 40.000 Menschen an einer Herz-Kreislauferkrankung, die durch das Rauchen verursacht wurde.  Durch die Giftstoffe im Tabakrauch wird das Blut zähflüssiger und es können Blutgerinnsel entstehen, die die Blutgefäße verstopfen. Außerdem ist im Tabakrauch Kohlenmonoxid enthalten, was den Sauerstoff im Blut verdrängt. So wird das Herz nicht ausreichend versorgt. Rauchen ist außerdem der Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs. Vier von fünf Todesfällen bei Lungenkrebs sind auf das Rauchen zurückzuführen. Dabei kann jeder sein Risiko senken, wenn er das Rauchen aufgibt. Wir haben Tipps zum Aufhören zusammengestellt und räumen mit Mythen rund ums Rauchen auf. Denn ein Rauchstopp lohnt sich immer und senkt das Risiko für eine Herz- und eine Krebserkrankung gleichermaßen.

So können Sie es auch schaffen

Tipps zum Aufhören von ehemaligen Raucher*innen

Wie schaffe ich es, mit dem Rauchen aufzuhören?

Das Programm „Nichtrauchen in 6 Wochen“ der UMG bietet professionelle psychologische Unterstützung auf medizinischer Basis und beruht auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das zertifizierte Programm wurde vom Arbeitskreis Raucherentwöhnung der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Tübingen entwickelt. Die ärztliche Betreuung des Programms liegt in der Klinik für Kardiologie und Pneumologie des Herzzentrums der UMG. Kursleiterin ist Dr. Maike Johannsen, die ärztliche Leitung der Entwöhnungsambulanz liegt bei Dr. Cordula Buck.

Wenn Sie sich für das Programm entscheiden, findet als erstes eine kostenlose Beratung statt, bei der wir Sie über unser Angebot informieren. In einem Vorgespräch besprechen wir anschließend Ihre persönliche Raucherhistorie und empfehlen Ihnen die für Sie individuell geeignete medizinische Ersatztherapie. Das Programm beinhaltet sechs Kurstermine, die im wöchentlichen Abstand stattfinden und jeweils 90-120 Minuten dauern.

Die nächsten Kurse starten am Mittwoch, 5. August 2026, um 17:00 Uhr, und am Montag, 31. August 2026, um 17:15 Uhr. Der Kurs kostet 150 Euro. Im Allgemeinen erstatten die Krankenkassen mindestens 75 Euro. Alle Kurse auf einen Blick und die Anmeldung finden Sie unter go.umg.eu/rauchfrei.

Um den Kurserfolg zu halten, bieten wir eine Nachbetreuung an: Nach Beendigung des Kurses haben Sie weiterhin die Möglichkeit, sich einmal im Monat mit anderen Kursteilnehmenden auszutauschen und Ihre Rauchfreiheit zu stärken. Der „Offene Treff“ findet einmal im Monat statt. 

1. Juni in der Westhalle der UMG: Infostand zur Tabakentwöhnung und Bilderaustellung

Sie überlegen schon lange, mit dem Rauchen aufzuhören und wissen nicht genau, wie Sie es anfangen sollen? Dann können Sie sich am Aktionstag bei dem Infostand der Raucherentwöhnungsambulanz über die Unterstützungsmöglicheiten informieren. In der Zeit von 12:00 bis 14:00 Uhr steht Ihnen Dr. Maike Johannsen in der Westhalle des Klinikums bei allen Fragen zur Verfügung und kann Ihnen die einzelnen Schritte des Programms "Nichtrauchen in 6 Wochen" genau erklären. Kommen Sie vorbei!

Zudem gibt es an der „blauen Wand“ zwischen Bettenhaus eins und Bettenhaus zwei eine Bilderausstellung mit Fotos und Zitaten von ehemaligen Raucher*innen.

Wahrheit oder Mythos

Fünf Fakten rund ums Rauchen

Mythos 1: Light-Zigaretten sind nicht so schädlich

Stimmt nicht. „Light"-Zigaretten enthalten zwar weniger Nikotin, oftmals wird die fehlende Nikotindosis aber damit ausgeglichen, dass die Raucher*innen einfach kräftiger an der Zigarette ziehen. Manchmal nehmen sie so sogar höhere Mengen an Nikotin und Teer auf als beim Rauchen von herkömmlichen Zigaretten.

Mythos 2: Rauchen hilft Stress abzubauen

Stimmt nicht. Nikotin hat zwar eine stimmungsaufhellende Wirkung und erzeugt innerhalb weniger Sekunden ein beruhigendes Gefühl, allerdings hält dieses Gefühl nicht lange an, da das Gehirn diese Wirkung nur vortäuscht. Sobald die Nikotinspeicher wieder leer sind, entsteht wieder das Bedürfnis zu rauchen. Die Entspannung ist also nur ein kurzer Zeitraum in dem die Entzugserscheinungen verschwinden.

Mythos 3: Vapes sind harmloser als Zigaretten

Stimmt nicht. Auch E-Zigaretten enthalten gesundheitsschädliche Stoffe. Beim Verdampfen entstehen Aerosole mit ultrafeinen Partikeln, Nikotin sowie chemischen Substanzen, die Atemwege und Herz-Kreislauf-System belasten können. Langzeitfolgen werden weiterhin erforscht.

Mythos 4: Wenn ich nicht mehr rauche, nehme ich zu

Muss nicht stimmen. Wenn man mit dem Rauchen aufhört, heißt das nicht, dass man zwangsläufig auch zunimmt. Auch wenn die den Appetit zügelnde Wirkung des Nikotins erst einmal wegfällt und der Körper etwa 200 Kalorien weniger verbraucht, stellt sich der Stoffwechsel auch wieder um. Die Gewichtszunahme resultiert oftmals eher aus der Ersatzbefriedigung durch Süßigkeiten oder andere zuckerhaltige Nahrungsmittel auf die dann anstatt der Zigarette zurückgegriffen wird. Wer stattdessen Obst und Gemüse wählt und sich regelmäßig bewegt, braucht sich keine Sorgen um die Waage zu machen.

Mythos 5: Gelegenheitsrauchen oder gelegentliches Dampfen ist ungefährlich

Stimmt nicht. Schon geringe Mengen Nikotin und Schadstoffe können Herz, Gefäße und Lunge belasten. Jede Zigarette und auch regelmäßiges Dampfen erhöhen langfristig das Risiko für Erkrankungen.

Mythos 6: Ein Rauchstopp lohnt sich erst nach vielen Jahren

Grafik: Eva Meyer-Besting

Der Körper beginnt bereits kurz nach dem Rauchstopp mit der Regeneration. Langfristig sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs deutlich.

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